Projekte

Von Hans Weidinger.

 

Umnutzung eines Kuhstalls bei Passau

Sanierung und Umnutzung eines ehemaligen landwirtschaftlichen Nutzgebäudes
in 3 Ferienwohnungen mit Frühstücksraum.

 

Hundswinkl

Hundswinkl

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Hundswinkl

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Hundswinkl

Hundswinkl

Hundswinkl

Die wichtigsten Baudaten

Baujahr: 2019-2020
Wohnfläche: 220 m²
Nutzfläche: 350 m²
Umbauter Raum:  1700 m³
Energie: Bestehende Biogasanlage mit Wandtemperierung und Fußbodenheizung
Standard: ≤ 1100 kWh/(m²·a)
Homepage: www.hundswinkler-hof.de

 

Entwurfsidee

Der Hundswinkl ist eine Einöde in der Nähe von Passau. Geschichtlich lassen sich die Spuren bis ins 13. Jhdt. zurückverfolgen. Die Familie des Bruders lebt von der Landwirtschaft und vermietet im Nebenerwerb Urlaubswohnungen an Feriengäste. Da der ehemalige Kuhstall schon länger leer stand, sollte er einer neuen Nutzung zugeführt werden ohne den dreiseitig geschlossenen „Innviertler Hof“ und das massiv gemauerte Nebengebäude zu zerstören. Nach eingehenden Untersuchungen bot sich an, dort drei Ferienwohnungen in unterschiedlichen Größen und einen Frühstücksraum unterzubringen und so den Nebenerwerb auszubauen. Die Erschließung sollte von der Südseite aus erfolgen, um den privaten Hof gut vom Fremdenverkehr abzugrenzen. Eine Maisonette-Wohnung erstreckt sich über drei Etagen. Zwei Wohnungen – oberhalb des Frühstücksraums- sollten im Obergeschoss über eine Außentreppe und einen überdachten, jedoch offenen Terrassenpavillon angedient werden. Diese Bautypologie wird in Österreich und im angrenzenden Ober- und Niederbayern als Salettl (von it. saletta, „Sälchen“) bezeichnet. Den Urlaubern bietet sich dort auf zwei Ebenen ein Panoramablick bis zur Alpenkette.

 

Bauausführung

Das Sockelgeschoss, dessen Außenmauern aus Granitquadern errichtet wurde, wurde bis auf wenige Fensteröffnungen auf der Südseite, die in neue Eingänge verwandelt wurden, kaum verändert. Die großen Portale zum Hof, die mit Granitgewänden gefasst sind, wurden mit sprossengeteilten Glastüren geschlossen. Die verputzten Lisenen um die Fenster wurden restauriert, das Bruchsteinmauerwerk sollte jedoch außen - zum Teil auch innen- sichtbar bleiben. Zwei portugiesische Maurer haben die Fugen minutiös saniert. Da davon auszugehen war, dass die langjährige Nutzung als Stall zu Salpeter- Ausblühungen führen würde, wurden alle erdberührten Wände mit Temperierungsleitungen ausgestattet, die auch die Grundlast der Raumheizung übernehmen. Zusätzliche Fußbodenheizungen decken die Spitzen des Heizbedarfs ab. Die Ziegel des alten „preussischen Kappengewölbes“ wurden freigelegt und eisgestrahlt, die offenen Fugen verschlämmt. Da die Tragwirkung der alten gusseisernen Stützen und der angerostete Mittelträger nicht in die statische Berechnung einbezogen werden konnte, musste der Mittelträger durch neue UTräger beidseits verstärkt und neue Profilträger als Stützen eingezogen werden. Dank dieser Ertüchtigung konnte im Obergeschoss eine Stahlbetondecke eingezogen werden, welche mittels Verbindungsankern auch das darunter liegende Ziegelgewölbe abfängt. Um weniger zusätzliche Lasten einzubringen, wurde der Innenausbau im Obergeschoss in Trockenbauweise ausgeführt. Da die Wohnungen im Obergeschoss auch offene Galerien im Dach besitzen, sollte das Dachtragwerk in Form eines so genannten „Sprengwerks“ sichtbar bleiben. Eine dicke Aufsparrendämmung machte dies möglich. Vor den Umbauarbeiten wurden Reste ursprünglicher Farbfassungen von Fensterlisenen (rosa) und Wandflächen (hellblau) gesichert. Diese ungewöhnliche Farbkombination bestimmt die neue Fassadengestaltung. Die Ausstattung der Ferienwohnungen lehnt sich formal an die „rustikale“ Sprache des revitalisierten Baus an.

 

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