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Von Hans Weidinger.

 

Wohnhaus Fleischmann in Nürnberg

Energetische Sanierung und Erweiterung eines Siedlungshauses.

 

Die wichtigsten Baudaten

Baujahr: 2004-2005
Wohnfläche: 115 m²
Nutzfläche: ca. 220 m²
Umbauter Raum:  830 m³
Bewohner: 2
Energie: Gaszentralheizung mit Solarthermie
Standard: ≤ 60 kWh/(m²·a)

 

Baubeschreibung

Die Bauherren hatten ein altes Siedlungshaus, das sich in sehr marodem Zustand befand, angeboten bekommen: der Keller war feucht, die Fenster und das Dach waren undicht; beheizt wurde es mit alten Kohleöfen. Eine Generalsanierung war deshalb unvermeidlich. Das einzelstehende Haus war wohl als Musterhaus für die umgebende Siedlung aus Doppelhäusern konzipiert worden. Die Grundfläche war gemäss den Lebensbedingungen seiner Entstehungszeit um 1930 sehr beschränkt. Zur besseren thermischen Trennung bestanden die Außenwände aus zwei Schalen. In statischer Hinsicht stellte diese Bauweise bei allen Grundrissänderungen eine wesentliche Hürde dar, zumal schon einige Risse auf vorherige Setzungen hinwiesen. Es wurde deshalb versucht die Eingriffe soweit als möglich zu minimieren. Insbesondere bei der Tieferlegung des Kellers, der auf eine Lichte von mindestens 2,20 Metern ausgebaut werden sollte, mussten die bestehenden Ziegelfundamente ertüchtigt werden. Gleichzeitig wurden die Kellerwände außen freigelegt, mit einer Dichtschlämme versehen und eine Perimeterdämmung gegen das Erdreich nachgerüstet, da der Bauherr im Keller des neuen Anbaus einen Arbeitsraum unterbringen wollte. Das darüber liegende Erdgeschoss wurde durch einen Glasvorbau als »Wintergarten« erweitert. Mittels eine Z-förmig gekanteten Deckenplatte konnte über ein großes Bandfenster Licht in das darunterliegende Geschoss gelenkt werden. Die Umbauten im Obergeschoss beschränkten sich auf das Mindeste um die ohnehin schwache Bausubstanz nicht mehr zu belasten. Die Haustechnik wurde in den Spitzboden verlegt, damit der Keller anderweitig nutzbar sein sollte. Solarthermie unterstützt einen Gasbrennwertkessel. Dach und Aussenwände wurden nach den Angaben eines Energieberaters mit hochwertigen Dämmprodukten in entsprechenden Dicken ausgestattet. Die neuen Holzfenster, insbesondere die Verglasung des neuen Vorbaus trugen dazu bei, dass das Gebäude nach der Sanierung den Niedrigenergie-Standard erreichen konnte.

 

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